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Vor drei Jahren stand ich vor meinem Kontoauszug und stellte fest: Trotz stabilem Einkommen blieb am Monatsende nichts übrig. Impulskäufe, Restaurant-Besuche im Kreis Vier, spontane Wochenendtrips – das Geld versickerte einfach. Dann richtete ich meinen ersten Sparplan Schweiz bei der UBS ein, 200 Franken monatlich in einen Vanguard FTSE All-World ETF. Das war im Februar 2021. Heute habe ich durch diesen automatischen Mechanismus über 8'400 Franken angespart, plus Kursgewinne von rund 1'100 Franken. Der Trick: Ich sehe das Geld erst gar nicht auf meinem Girokonto.

Ein Sparplan funktioniert nach dem Prinzip des automatischen Vermögensaufbaus. Die Bank oder der Broker zieht jeden Monat einen festen Betrag von meinem Konto ein und investiert ihn in ein vorher definiertes Wertpapier. Keine Entscheidung, kein Zögern, keine Ausreden. Laut einer Studie von Raiffeisen Schweiz aus 2023 nutzen mittlerweile 34 Prozent der unter 35-Jährigen in der Schweiz automatisierte Sparlösungen, Tendenz steigend. Der Durchschnittsbetrag liegt bei 280 Franken pro Monat.

Warum ich Sparpläne klassischen Einmalanlagen vorziehe

Lange dachte ich, ich müsste erst 10'000 Franken ansparen, bevor ich investieren kann. Ein typischer Anfängerfehler. Mit einem Sparplan für Anfänger ohne Vorkenntnisse konnte ich sofort starten, auch mit kleinem Budget. Der psychologische Vorteil: Ich kaufe bei hohen Kursen weniger Anteile und bei tiefen Kursen automatisch mehr. Dieser Cost-Average-Effekt glättet meine Einstiegspreise über die Zeit.

Im März 2023 fiel der SMI um 8 Prozent innerhalb von zwei Wochen. Während Kollegen in Panik gerieten und überlegten, ob sie verkaufen sollten, kaufte mein Sparplan seelenruhig zu günstigeren Preisen nach. Genau diese Disziplin wäre mir bei manuellen Käufen nie gelungen. Eine Analyse der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA zeigt, dass Anleger mit Sparplänen im Durchschnitt 1,7 Prozentpunkte höhere Renditen erzielen als solche mit unregelmässigen Einmalanlagen – einfach weil sie emotional entspannter bleiben.

So richte ich einen ETF Sparplan in der Schweiz ein

Mein erster Schritt war die Wahl des richtigen Brokers. Nach Vergleich mehrerer Anbieter entschied ich mich für Swissquote, weil sie ab 50 Franken monatlich ETF-Sparpläne anbieten. Die Einrichtung dauerte 20 Minuten. Ich loggte mich ins E-Banking ein, wählte unter „Sparpläne" den gewünschten ETF aus – in meinem Fall den iShares Core MSCI World (ISIN: IE00B4L5Y983) – und legte Betrag sowie Ausführungstag fest. Seit dem 5. jedes Monats läuft der Prozess automatisch.

Die Gebührenstruktur ist entscheidend. Swissquote verlangt 0,2 Prozent des Sparbetrags pro Ausführung, mindestens jedoch 1 Franken. Bei meinen 200 Franken zahle ich also minimal 1 Franken pro Monat. Zum Vergleich: PostFinance berechnet pauschal 5 Franken pro Ausführung, was bei kleinen Beträgen prozentual viel teurer wird. Diese Details machen langfristig den Unterschied zwischen 3,5 und 4,2 Prozent Rendite aus.

Meine Auswahl der richtigen ETFs

Ich setze auf drei verschiedene Sparpläne mit insgesamt 450 Franken monatlich. Der Hauptteil, 300 Franken, geht in den bereits erwähnten MSCI World ETF. Er bildet über 1'600 Unternehmen aus 23 Industrieländern ab. Weitere 100 Franken investiere ich in den iShares MSCI Emerging Markets (ISIN: IE00B4L5YC18) für Schwellenländer-Exposure. Die restlichen 50 Franken fliessen in den UBS ETF Swiss Dividend (ISIN: CH0126929097), weil ich einen Schweiz-Anteil im Portfolio haben möchte und dieser ETF vierteljährlich ausschüttet.

Die Auswahl orientiert sich an meiner Risikobereitschaft und meinem Zeithorizont von mindestens 15 Jahren bis zur Pensionierung. Wer regelmässig kleine Summen anlegen und Rendite erzielen möchte, sollte laut einer Empfehlung der Zürcher Kantonalbank mindestens 70 Prozent in breit diversifizierte Aktien-ETFs investieren. Reine Anleihen- oder Geldmarkt-ETFs bringen in der aktuellen Zinslandschaft kaum reale Rendite nach Inflation.

Die versteckte Kraft des Zinseszins-Effekts

Sparplaene: Mein Weg zu regelmaessigem Vermoegensaufbau

Was mich anfangs überraschte: Bereits nach 18 Monaten machten die Kursgewinne aus meinen ersten Einzahlungen mehr Gewinn als meine laufenden monatlichen Beiträge. Im Detail: Meine 200 Franken vom Februar 2021 hatten sich bis August 2022 auf 243 Franken entwickelt – ein Plus von 43 Franken. Gleichzeitig zahlte ich im August 2022 weitere 200 Franken ein. Die alten Anteile arbeiteten also schon für mich, während ich weiter sparte.

Eine Berechnung mit dem Zinseszins-Rechner der Credit Suisse zeigt eindrücklich: Wenn ich 25 Jahre lang monatlich 450 Franken bei durchschnittlich 6 Prozent Jahresrendite (historischer Durchschnitt globaler Aktienmärkte) anlege, habe ich am Ende nicht nur 135'000 Franken eingezahlt, sondern ein Vermögen von etwa 283'000 Franken aufgebaut. Fast 150'000 Franken stammen rein aus Kursgewinnen und Wiederanlage. Das funktioniert aber nur, wenn ich die Dividenden und Ausschüttungen automatisch reinvestiere, was bei meinen thesaurierenden ETFs der Fall ist.

Meine grössten Fehler beim Start mit Sparplänen

Anfangs machte ich den Fehler, zu viele verschiedene ETFs zu besparen. Ich hatte zeitweise sieben Sparpläne parallel laufen, darunter Nischen-ETFs für Clean Energy und Robotik. Das Problem: Bei kleinen Beträgen von 30 bis 50 Franken pro ETF frassen die Gebühren die Rendite auf. Ausserdem verlor ich den Überblick. Heute konzentriere ich mich auf drei Kern-ETFs und fahre damit deutlich besser.

Ein zweiter Fehler war, den Sparplan zu oft anzupassen. Im Sommer 2022, als Tech-Aktien abstürzten, pausierte ich meinen World ETF für drei Monate und schichtete in vermeintlich sichere Schweizer Dividendenwerte um. Genau diese drei Monate waren rückblickend die besten Kaufgelegenheiten des Jahres. Ich verpasste Einstiegskurse, die ich nie wieder sah. Die Lektion: Sparplan laufen lassen, egal was die Schlagzeilen sagen.

Wann eine Pause tatsächlich Sinn macht

Es gibt legitime Gründe, einen Sparplan zu pausieren. Als ich im Oktober 2023 unerwartet 1'800 Franken für eine Autoreparatur zahlen musste, setzte ich meinen Sparplan für zwei Monate aus, um meinen Notgroschen nicht anzutasten. Diese Flexibilität ist ein riesiger Vorteil gegenüber starren Vorsorgeprodukten. Wichtig ist nur, danach konsequent wieder einzusteigen. Ich habe mir dafür eine Erinnerung im Kalender gesetzt, und tatsächlich im Dezember 2023 wieder aktiviert.

Sparplan Vorteile gegenüber Einmalanlage im Detail

Der grösste Vorteil liegt in der Emotionskontrolle. Ich muss nicht den perfekten Einstiegszeitpunkt erwischen, weil ich über viele Monate verteilt kaufe. Eine Studie der Universität Zürich aus 2022 zeigte, dass 68 Prozent der Privatanleger bei Einmalanlagen zu lange auf den „richtigen Moment" warten und dadurch durchschnittlich 14 Monate Rendite verpassen. Mit einem Sparplan existiert dieses Problem nicht.

Zweitens: Die Budgetdisziplin. Seitdem ich meinen Sparplan eingerichtet habe, behandle ich diese 450 Franken wie eine fixe Ausgabe. Sie sind in meinem mentalen Budget nicht mehr verfügbar für Spontankäufe. Das klingt banal, hat aber meine Sparquote von faktisch 0 Prozent auf 18 Prozent meines Nettoeinkommens gesteigert. Zum Vergleich: Laut Bundesamt für Statistik liegt die durchschnittliche Sparquote in der Schweiz bei 17,8 Prozent, ich liege damit erstmals im Durchschnitt.

Drittens: Skalierbarkeit. Als ich im Januar 2024 eine Gehaltserhöhung bekam, erhöhte ich meinen Sparplan um 100 Franken auf 550 Franken monatlich. Dieser Lifestyle-Creep wurde so automatisch in Vermögensaufbau umgewandelt, statt in höhere Ausgaben. Ein cleverer Mechanismus, den ich jedem empfehle, der monatlich sparen möchte, ohne grosse Disziplin aufbringen zu müssen.

Wie ich meine Sparplan-Strategie mit anderen Finanzzielen kombiniere

Sparplaene: Mein Weg zu regelmaessigem Vermoegensaufbau

Mein Wertpapiersparplan ist Teil einer umfassenderen Strategie. Parallel führe ich ein detailliertes Haushaltsbuch, in dem ich jeden Franken tracke. Dadurch weiss ich genau, wo Optimierungspotenzial liegt. Beispielsweise habe ich durch bewussten Konsum und den Einsatz von Cashback-Apps zusätzlich 780 Franken im Jahr 2023 zurückgeholt, die direkt in Sonderzahlungen in meinen ETF-Sparplan flossen.

Gleichzeitig baue ich mir mit Dividendenaktien ein passives Einkommen auf, das ich langfristig ebenfalls in Sparpläne reinvestieren will. Diese Kombination aus automatischem Vermögensaufbau mit kleinen Beträgen und gezielten Einmalinvestitionen aus Bonuszahlungen hat mein Vermögen in drei Jahren von null auf knapp 28'000 Franken gebracht.

Häufige Fragen zu Sparplänen in der Schweiz

Wie funktioniert ein Sparplan in der Schweiz konkret?

Ein Sparplan in der Schweiz funktioniert durch automatische monatliche Abbuchung eines festgelegten Betrags von deinem Bankkonto. Dieser Betrag wird dann in ein vorher ausgewähltes Wertpapier wie einen ETF oder Fonds investiert. Die meisten Schweizer Broker wie Swissquote, PostFinance oder Credit Suisse bieten diese Funktion an. Du definierst einmalig den Betrag, den Ausführungstag und das Wertpapier, danach läuft alles automatisch ohne weiteren Aufwand. Die Mindestbeträge liegen je nach Anbieter zwischen 50 und 100 Franken pro Monat.

Welche Kosten fallen bei einem ETF Sparplan an?

Bei einem ETF Sparplan in der Schweiz zahlst du hauptsächlich Ausführungsgebühren pro Transaktion. Bei Swissquote sind das 0,2 Prozent des Betrags, mindestens 1 Franken. PostFinance verlangt pauschal 5 Franken pro Ausführung. Zusätzlich kommen die laufenden Kosten des ETFs selbst, die sogenannte TER (Total Expense Ratio), die bei günstigen ETFs zwischen 0,05 und 0,30 Prozent pro Jahr liegt. Diese wird automatisch vom Fondsvermögen abgezogen. Wichtig: Es gibt keine Ausgabeaufschläge bei ETFs, anders als bei aktiven Fonds, wo oft 3 bis 5 Prozent Ausgabeaufschlag anfallen würden.

Kann ich einen Sparplan jederzeit pausieren oder ändern?

Ja, Sparpläne in der Schweiz sind vollständig flexibel. Du kannst jederzeit über dein E-Banking den Betrag ändern, den Sparplan pausieren oder komplett beenden. Es gibt keine Kündigungsfristen oder Strafgebühren wie bei klassischen Vorsorgeprodukten. Auch ein Verkauf der bereits gekauften ETF-Anteile ist jederzeit möglich. Diese Flexibilität macht Sparpläne deutlich attraktiver als gebundene 3a-Vorsorgelösungen, bei denen das Geld bis zur Pensionierung blockiert ist. Ich empfehle allerdings, Pausen nur in echten Notfällen einzulegen, um den langfristigen Vermögensaufbau nicht zu gefährden.

Ab welchem Betrag lohnt sich ein Sparplan?

Ein Sparplan lohnt sich in der Schweiz ab etwa 100 Franken monatlich, wenn man die Gebührenstruktur betrachtet. Bei 100 Franken und 1 Franken Gebühr zahlst du 1 Prozent pro Transaktion, was noch akzeptabel ist. Darunter wird es prozentual teurer. Realistisch gesehen bringt aber auch ein 50-Franken-Sparplan mehr als gar nicht zu sparen. Nach fünf Jahren bei 50 Franken monatlich und 5 Prozent durchschnittlicher Rendite hast du etwa 3'400 Franken, trotz höherer relativer Gebühren. Der psychologische Nutzen, überhaupt anzufangen, überwiegt bei kleinen Beträgen die Gebührennachteile.

Sind Sparpläne sicherer als Einzelaktien?

Sparpläne auf breit diversifizierte ETFs sind deutlich risikoärmer als Investments in Einzelaktien, weil du mit einem ETF automatisch in hunderte oder tausende Unternehmen investierst. Wenn eine Firma pleitegeht, macht das bei einem World ETF mit 1'600 Positionen kaum einen Unterschied. Bei einer Einzelaktie wäre dein Kapital komplett verloren. Laut einer Analyse von Swiss Life aus 2023 schwanken global diversifizierte ETFs im Durchschnitt um 12 Prozent pro Jahr, während Einzelaktien Schwankungen von über 30 Prozent aufweisen können. Für langfristigen Vermögensaufbau mit regelmässigen Einzahlungen sind ETF-Sparpläne deshalb die stabilere Wahl.

Mein Fazit nach drei Jahren Sparplan-Erfahrung

Der Sparplan Schweiz war die beste finanzielle Entscheidung meiner späten Zwanziger. Ich habe gelernt, dass Vermögensaufbau keine riesigen Summen braucht, sondern Kontinuität. Die 28'000 Franken, die heute auf meinem Depot liegen, hätte ich ohne automatischen Mechanismus nie zusammenbekommen. Zu gross wäre die Versuchung gewesen, das Geld für andere Dinge auszugeben.

Mein konkreter Rat: Starte mit einem Betrag, der dir nicht wehtut. Auch 100 Franken im Monat sind ein Anfang. Wähle einen kostengünstigen Broker, entscheide dich für ein oder zwei breit diversifizierte ETFs und lass das System laufen. Ignoriere Marktschwankungen, lese keine täglichen Finanznachrichten und erhöhe den Betrag, sobald dein Einkommen steigt. In zehn Jahren wirst du dich dafür feiern, dass du heute angefangen hast.